Mittwoch, 28. Oktober 2015

Zwei Wecker... trotzdem Stille...

28. Oktober ■ Chemnitz - Playa del Inglés

Zwei Wecker ... und trotzdem Stille ...
 
...so begann unser Morgen. 

Es "meldete" sich die Insulinpumpe 5 min., bevor wir das Haus verlassen wollten. Zur ursprünglich geplanten Zeit trafen zunächst sehr zufrieden an der Bushaltestelle ein. So fuhren wir dann pünktlich mit der Bahn zum Flughafen Leipzig/Halle. Unser kleines Frühstück fiel natürlich der Eile zum Opfer und zog im Nachgang betrachtet, ein Dilemma nach dem anderen nach sich.

Trotz sichtbar langer Warteschlangen ging der Abfertigungsprozess zügig voran und unkompliziert vonstatten.
Währenddessen stellte Sandi fest, dass die Insulinpumpe aufgrund der morgendlichen Geschwindigkeit auf unserer Spiegelablage im Bad liegen blieb. Nun war die Aufregung spürbar und der erste Schreck saß tief: was und wie tun? Die Länge der Schlange kam uns gerade recht. Es hieß aber kühlen Kopf zu behalten. Die Ersatzpumpe war griffbereit und musste eigentlich nur programmiert werden. Doch wo waren die Notizen der Basalrateneinstellung? Sandi wusste, dass sie die bei einer unserer letzten Reisen fotografiert und gespeichert hatte. Im ersten Anlauf fanden sie sich nicht und so blieb der Gedanke an das Original ... das musste irgendwo zu Hause liegen. Sandis Eltern blieben am frühen Morgen also von einem Anruf nicht verschont, der aber schon wenig später annulliert werden konnte. (Hoffentlich saß der Schreck nicht zu tief; denn von weitem hört sich doch alles dramatischer an als es ist). Wir hatten die Notiz gefunden. So wollte Sandi noch im Abflugbereich Gewissheit, ob alles mit der ausgeborgten Pumpe klappt; bisher gab es noch nie eine Notwendigkeit dafür.

Start mit Sekt für Zwei :)))
Schließlich sah alles bestens aus, wäre da nicht ein unverzichtbarer Schraubverschluss auf dem Sitz am Gate (23) liegen geblieben  - was wir aber erst im Flugzeug feststellten; alles eine 1/4 Stunde vor Abflug. Zunächst dachte Sandi, er wäre mit im Müll gelandet, den Andi auftragsgemäß entsorgt hatte. Nachdem Andi die Müllbeutel hereingeholt hatte (5 min. vor Abflug mit schon Ausnahmeerlaubnis) , fanden wir ihn auch dort nicht. Mittlerweile rollte das Flugzeug schon auf der Startbahn. Die Stewardess blieb ausgesprochen freundlich und ruhig; informierte den Kapitän und ließ ihn das vollbesetzte Flugzeug (A321) rückwärts bugsieren. Zwischenzeitlich hatten wir es so vereinbart, dass Sandi aussteigt und in einem der nächsten freien Flieger kostenlos fliegen kann. Dafür wurde eigens ein junger Mann beauftragt, der das mit Sandi gemeinsam regeln sollte. Innerlich geerdet  stand Sandi mit der Stewardess am Eingang des Flugzeuges um auf die Rolltreppe zu warten... dort erkundigte sich der sympathische etwa 40/45-jährige Kapitän persönlich und fragte, ob er noch warten soll; die Fluggäste hätten doch alle Zeit;) und heute wären es auch gute Flugbedingungen. Die ließen erwarten, dass er schneller fliegen kann. Sandi lehnte diese Extrawurst zunächst ab, ließ sich aber von der überaus freundlichen und professionellen Art der gesamten Crew gefangen nehmen. So verblieben wir, dass bei Fund mitgeflogen wird und anderenfalls der ursprüngliche Plan greift. Sandis Begleiter fand zur Erleichterung aller Beteiligten den Winzling und so hob die Maschine mit 40 min. Verspätung ab. Die Passagiere verhielten sich auch ziemlich relaxt und z.T. einfühlsam.

Ein noch anderer Umstand, nämlich die Einführung eines neuen Check-In-Systems (der zusätzlich Verzögerung verursachte), verhalf uns letztendlich wirklich zu "Extrawürsten aufzusteigen". Wir erhielten zufällig die Plätze mit besonders viel Beinfreiheit, die jedoch von anderen Passagieren zusätzlich bezahlt wurden. Aus diesem Grund  wechselten wir auf 2 Plätze in der letzten Reihe, die normalerweise der Crew vorbehalten und auch recht bequem waren. Kurz nach dem Start brachte uns die Stewardess noch Sekt und ein warmes Menü, was so eigentlich nicht vorgesehen ist; außerdem bekam Sandi eine 1,5 l  Flasche Mineralwasser.
Nach einem kurzweiligem Flug landeten wir mit nur noch 10 min. Verspätung auf Gran Canaria, wo wir bei 25°C und Sonnenschein empfangen wurden. Allerdings hängen in den Bergen viele graue Regenwolken.
Unsere Unterkunft, der Sahara Beach Club, macht seinem Namen alle Ehre, er liegt direkt an den Dünen von Maspalomas - toll. Es ist eine kleine gepflegte Anlage mit Pool in der Mitte. Die Wohneinheiten sind für die Eigenversorgung ausgelegt. Wir haben jedoch Halbpension gebucht, die es in einem kleinen Restaurant im benachbarten Hotel gibt. Man kann im 3-Gänge Menü zwischen 2 verschiedenen Möglichkeiten wählen.